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Stellungnahme der Mediengruppe RTL Deutschland zum Drei-Stufen-Test des Mitteldeutschen Rundfunks zum Angebot "kikaninchen.de"
Der KI.KA plant im Oktober 2009 den Start eines multimedialen Angebots für Vorschüler mit dem Namen "kikaninchen.de“. Die Frage nach jedwedem publizistischen Mehrwert dieses Angebots muss verneint werden, da es sich um eine vollständige Kopie des seit 2002 von SUPER RTL angebotenen TOGGOLINO CLUBS handelt. Der TOGGOLINO CLUB ist ein werbefreies Internetportal für Vorschulkinder, dessen Werbefreiheit über eine jährliche Abo-Gebühr in Höhe von 69 Euro finanziert wird und der bereits eine Vielzahl an Auszeichnungen erworben hat.
Kernkritikpunkte im Überblick
Die geplante Einstelldauer der verschiedenen Angebote von kikaninchen.de variiert zwischen drei Monaten bis zu 24 Monaten. Das Verweildauerkonzept widerspricht damit einem grundlegenden Eckpfeiler der neuen Regelung für öffentlich-rechtliche Telemedienangebote im 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrag, wonach Beiträge in der Regel nur sieben Tage bzw. 24 Stunden abrufbar sein dürfen. Mit Blick auf den mühsam ausgehandelten Kompromiss im Rundfunkstaatsvertrag wirken das Verweildauerkonzept und seine Begründung als reine Provokation und sollen ganz offensichtlich nur dazu dienen, die politischen Möglichkeiten auszuloten.
Zudem wirft die inhaltliche Beschreibung des geplanten Angebots Fragen der Zulässigkeit auf. Einige der in der Beschreibung genannten Angebote wie beispielsweise Spiele ohne Sendungsbezug oder auch die Möglichkeit für Eltern, sich auszutauschen und „Zeichnungen, Fotos, Videos oder andere Inhalte hoch zu laden“ stehen offensichtlich auf der Negativliste des 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrag.
Die jährlichen Kosten für kikaninchen.de sind mit 320 T Euro inkl. Mehrwertsteuerangesetzt. Es wird nicht deutlich, welche Positionen in diesem Betrag enthalten sind. Eine realistische Betrachtung allein der erforderlichen Technikkosten legt nahe, dass ohne Weiteres die doppelte Höhe der Kosten veranschlagt werden kann.
Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass eine Markteinführung einer neuen Plattform, die dem Konsumenten die gleiche Qualität wie bereits bestehende private Angebote dank ihrer Gebührenfinanzierung kostenlos anbieten könnte, zu einer erheblichen Wettbewerbsverzerrung führen würde, die zudem zahlreiche Arbeitsplätze bei SUPER RTL, seinen Dienstleistern und Agenturen gefährdet. Eine Abwägung zwischen den massiven negativen marktlichen Auswirkungen und dem kaum vorhandenen publizistischen Mehrwert des Angebots kikaninchen.de ist darum dringend nötig. Anstelle von mehr Vielfalt ist die Vernichtung erfolgreicher privater Angebote zu befürchten.
